Wäschetrockner-Kompass

Wäschetrockner trocknet nicht mehr: Ursachen und Abhilfe

Von Sebastian Hösel · Veröffentlicht am · Wie wir arbeiten

Das Programm ist durchgelaufen, und trotzdem sind die Handtücher klamm, die Bündchen nass, oder der Trockner hat mitten im Lauf aufgehört. Das ist ein anderes Problem als ein Gerät, das nur lange braucht; dafür gibt es den Ratgeber Warum dauert ein Wärmepumpentrockner so lange?. Hier geht es um das falsche Ergebnis. Die Reihenfolge folgt den Fehlersuch-Kapiteln der Anleitungen von Miele[1], AEG[2], Siemens[3], Haier[4] und Samsung[5]: erst, was nichts kostet, dann die Pflege, zuletzt der Fall für den Kundendienst. Alle fünf Anleitungen gehören zu Wärmepumpentrocknern. Ist Ihr Wäschetrockner anders gebaut oder von einer anderen Marke, gilt die eigene Anleitung.

Welches Problem haben Sie?

Die Grafik sortiert nach dem, was Sie am Gerät sehen. Die Abschnitte darunter gehen die Prüfpunkte der Reihe nach durch.

Welches Problem hat der Trockner? Drei Spalten für drei Beobachtungen: Programm stoppt früh, Wäsche ist am Ende feucht, Wäsche fühlt sich warm und feucht an. Darunter jeweils drei Prüfschritte und ein gemeinsamer Hinweis auf den Kundendienst. Programm stoppt früh, Meldung im Display Programm endet, Wäsche noch feucht Wäsche fühlt sich warm und feucht an 1 Behälter voll, Schlauch geknickt oder gefroren? 2 Filter, Wärmetauscher, Luftwege frei? 3 Code oder Meldung im Handbuch nachschlagen 1 Passen Programm und Trockenstufe zur Wäsche? 2 Trommel zu voll oder zu leer? 3 Feuchtesensor in der Trommel verschmutzt? 1 Läuft noch die Abkühlphase? 2 Wäsche herausnehmen und ausbreiten 3 Danach noch feucht? Zeitprogramm nachlegen Hilft nichts, kehrt der Fehler zurück oder zeigt das Gerät einen Code: Kundendienst oder Fachbetrieb, nicht selbst am Kältekreis arbeiten

Drei Beobachtungen, drei Prüfreihenfolgen. Die Quellen stehen in den Abschnitten darunter.

Die Wäsche ist noch feucht: erst Einstellung und Beladung

Die Anleitungen beginnen bei der Bedienung, nicht beim Bauteil. Das lohnt sich, denn diese Punkte kosten nur einen zweiten Versuch.

  • „Bügeltrocken“ ist absichtlich nicht ganz trocken. Nach der Siemens-Anleitung bleibt die Wäsche in dieser Stufe noch leicht feucht, damit man sie bügeln oder aufhängen kann; für mehrlagige, dicke Stücke ist die höhere Stufe vorgesehen, und das Trockenziel lässt sich nachstellen, wenn Ihnen die Wäsche trotzdem zu feucht bleibt. AEG führt bei schlechtem Trocknungsergebnis die auf „Bügeltrocken“ gestellte Option Trockengrad auf und beschreibt, wie sich der Standardgrad ändern lässt; das gilt dort nicht für Eco, Wolle, Daunen, Daunenjacken und Auffrischen. Bei Miele lässt sich die Restfeuchte einiger Trockenstufen trockener oder feuchter einstellen.
  • Zu voll oder verknäuelt. Miele nennt eine zu volle Trommel oder ineinander verknäuelte Wäsche als Grund für feuchte Textilien und rät, die Ladung aufzulockern und einen Teil zu entnehmen. Siemens, AEG, Haier und Samsung führen die Überladung ebenfalls auf. AEG erklärt außerdem, dass verhedderte Kleidung ineffizient trocknet, und empfiehlt, die Stücke einzeln auszuschütteln, bevor sie in die Trommel kommen.
  • Zu wenig Wäsche. Das überrascht, steht aber in mehreren Anleitungen. Samsung gibt als Grund für ein Abschalten vor dem Trockenzustand eine zu geringe Wäschemenge an und rät, ein paar Handtücher dazuzulegen; kleine Teile würden in der Trommel womöglich nicht ausreichend herumgewirbelt. Siemens und AEG schicken bei zu kleiner Ladung in ein Zeitprogramm.
  • Gemischte Ladung. Miele nennt unterschiedliche Gewebe als Ursache und rät, künftig Gleichartiges zusammen zu trocknen; Samsung trennt schwere von leichten Stoffen und weist darauf hin, dass Nähte und Taschen langsamer trocknen, was normal sei.
  • Zu nass aus der Waschmaschine. Haier lässt in seiner Checkliste für „Textilien sind nicht trocken genug“ unter anderem fragen, ob die Wäsche sorgfältig geschleudert wurde.
  • Reißverschlüsse. Miele schreibt, metallische Reißverschlüsse könnten die Feuchtemessung stören; sie rät, die Verschlüsse künftig zu öffnen und solche Stücke im Programm „Lüften warm“ zu trocknen. AEG empfiehlt dagegen, Reißverschlüsse zu schließen, damit Luftstrom und Trocknung stimmen. Halten Sie sich an Ihre Anleitung.

Die feuchte Ladung muss nicht noch einmal ganz durch. Siemens rät zum Nachtrocknen ein Zeitprogramm, Miele „Lüften warm“. Samsung warnt, dass übermäßiges Trocknen die Wäsche beschädigen oder ihre Form verlieren lassen kann, und lässt beim Nachtrocknen nach einem Sensorprogramm die kürzeste Zeiteinstellung von 20 Minuten wählen.

Warm, kalt oder feucht angefühlt: die Abkühlphase

Nicht jede klamme Ladung ist feucht. Am Ende vieler Programme wird die Wäsche abgekühlt, bevor der Trockner fertig ist. Das Display von Miele meldet dann „Komfortkühlen“ und „Ende · Komfortkühlen“: Die Wäsche ist fertig getrocknet, wird aber noch abgekühlt. Haier beschreibt den letzten Durchgang als Drehen in kalter Luft, ohne Hitze. Samsung nennt unter „Der Trockner erwärmt sich nicht“ neben Sicherung, Flusenfilter und Wärmetauscher auch, dass sich das Gerät in der Abkühlungsphase eines Programms befinden kann.

Warme Wäsche fühlt sich außerdem feuchter an, als sie ist. Das steht bei Siemens als eigener Eintrag: Nehmen Sie die Wäsche sofort heraus und breiten Sie sie zum Abkühlen aus. Die Anzeige „Hot“ bei drehender Trommel ist bei Siemens ein aktiver Abkühlprozess und kein Fehler; er dauert bis zu zehn Minuten. Brechen Sie die Abkühlphase nicht ab: Miele warnt, dass bei einem Abbruch davor die Gefahr einer Wäscheselbstentzündung besteht, es sei denn, alle Stücke werden sofort entnommen und ausgebreitet.

Der Feuchtesensor in der Trommel

Siemens beschreibt Automatikprogramme als Programme, in denen Feuchtigkeitssensoren die Restfeuchte der Wäsche messen; sie enden erst, wenn das Trockenziel erreicht ist. Auf dem Sensor lagern sich nach einiger Zeit Kalk sowie Rückstände von Wasch- und Pflegemitteln ab, deshalb soll er regelmäßig gereinigt werden, sonst kann die Gerätefunktion leiden. Bei „Wäsche ist zu feucht“ steht der verschmutzte Sensor in der Siemens-Liste. Miele schreibt, die Restfeuchte werde falsch ermittelt, wenn Waschmittelrückstände einen Belag bilden.

So gehen die Anleitungen vor:

  • Miele: Der längliche, metallische Restfeuchtesensor sitzt vorn links in der Trommel und lässt sich mit der Hand ertasten. Er wird ein- bis zweimal im Jahr mit einem feuchten Tuch und etwas Seifenlauge gereinigt und mit einem weichen Tuch nachgetrocknet.
  • Siemens: Tür öffnen, Sensor mit einem Schwamm reinigen. Keine harten oder rauen Gegenstände, Scheuermittel oder Stahlwolle, sie können den Sensor beschädigen.
  • AEG: Bei „Schmutz auf dem Feuchtigkeitssensor in der Trommel“ soll die vordere Oberfläche der Trommel gereinigt werden. Die Trommel selbst wird nach AEG alle zwei Monate mit einem handelsüblichen neutralen Reiniger gesäubert, ohne Scheuermittel und Metallschwämmchen, bei vom Netz getrenntem Gerät.

Welche Teile sonst in welchem Rhythmus zu reinigen sind, steht im Ratgeber Trockner reinigen.

Wenn die Luft nicht durchkommt

Auch zugesetzte Luftwege führen zu feuchter Wäsche oder zum Abbruch, und oft meldet das Gerät sie selbst. Bei Miele erscheint dafür die Meldung „Fehler F66 · Luftwege“; sie kommt nach der Anleitung in vielen Fällen, weil Flusenfilter oder Sockelfilter nicht oder nur unzureichend gereinigt wurden. Miele nennt als weitere Möglichkeiten beschädigte Filter, einen nass eingesetzten Sockelfilter, einen verstopften Wärmetauscher und wenig luftdurchlässige Textilien wie Bettdecken, Kopfkissen, Outdoor-Jacken oder imprägnierte Stoffe in einem dafür nicht vorgesehenen Programm.

Zwei Hinweise aus der Miele-Anleitung helfen, wenn die Meldung nach dem Reinigen wiederkommt. Ist der Sockelfilter tiefgehend verstopft, empfiehlt Miele, ihn getrennt, ohne Wäsche und Waschmittel, in der Waschmaschine zu regenerieren: Kurzprogramm mit höchstens 40 °C und höchstens 600 Umdrehungen pro Minute. Vorher ist er auf Verschleißspuren zu prüfen, denn dann muss er ersetzt werden. Viele Rückstände deuten laut Miele auf zu viel Waschmittel oder ein schlechtes Spülergebnis in der Waschmaschine hin.

Die anderen Hersteller sagen Ähnliches in ihren Worten. AEG nennt bei schlechtem Trocknungsergebnis verstopfte Lüftungsschlitze am Boden, den Filter und den Kondensator. Samsung lässt bei „Die Wäsche wird nicht getrocknet“ den Filter und den Wärmetauscher reinigen. Haier fragt, ob Luftansaug- und Abluftanschlüsse und die Fläche unter dem Sockel frei sind, und verlangt, den Schwammfilter alle sechs Monate oder bei blinkender Anzeige zu reinigen. Wie Raumtemperatur und Aufstellort mitspielen, steht im Ratgeber Wäschetrockner aufstellen: Keller, Bad oder Abstellkammer?.

Wenn das Programm abbricht

Bricht der Trockner ab, nennt er meist den Grund. Die Ursachen in den Anleitungen laufen auf drei Gruppen hinaus:

  1. Das Wasser kommt nicht weg. Siemens listet unter „Programm abgebrochen“ den vollen Kondenswasserbehälter, einen geknickten, falsch angeschlossenen oder verstopften Ablaufschlauch und den verschmutzten Filter im Behälter; ein auf diese Weise abgebrochener Lauf steht dort auch unter „Wäsche ist zu feucht“. Haier und AEG nennen den vollen Behälter als Grund, warum das Gerät nicht weiterläuft. Samsung ergänzt einen eingefrorenen Ablaufschlauch, den man etwa zehn Minuten lang in ein mit warmem Wasser getränktes Handtuch wickelt. Wie Behälter und Schlauch richtig zu handhaben sind, zeigt der Ratgeber Kondenswasser im Wärmepumpentrockner: Behälter oder Schlauch?.
  2. Strom und Tür. Haier lässt Stromausfall, Sicherung und die richtig geschlossene Tür prüfen und fragt, ob das Gerät nach dem Öffnen der Tür wieder angestellt wurde. Samsung verlangt nach dem Öffnen der Tür im laufenden Programm erneutes Tippen und Halten der Start/Pause-Taste. Nach einem Stromausfall startet bei Miele ein zuvor laufendes Programm nach der Rückkehr der Spannung automatisch; bei Siemens steht der Stromausfall unter den Gründen für zu feuchte Wäsche.
  3. Ein Code im Display. Die Tabelle zeigt Beispiele aus den gelesenen Anleitungen. Ihr Gerät kann andere Codes haben; maßgeblich ist die Tabelle in Ihrer Anleitung.
HerstellerAnzeigeBedeutung laut AnleitungWas die Anleitung rät
Miele[1]„Behälter leeren oder Ablauf prüfen“Kondensatbehälter voll oder Ablaufschlauch geknicktBehälter leeren, Schlauch prüfen, Trockner aus- und wieder einschalten
Miele[1]„Fehler F66 · Luftwege“Flusenfilter oder Sockelfilter verstopftFilter reinigen, Wärmetauscher und Luftwege kontrollieren, aus- und einschalten; sonst Kundendienst
Miele[1]„Fehler F“Ursache nicht unmittelbar feststellbarAnweisung im Display folgen, aus- und einschalten; ohne Erfolg Kundendienst
AEG[2]E50Motor überlastet: zu viel Wäsche oder Wäsche verfangenWäsche herausnehmen, Programm neu einstellen und starten
AEG[2]E90 oder E91Interner Fehler, keine Kommunikation zwischen elektronischen BauteilenAus- und einschalten; erscheint der Code erneut, autorisiertes Servicezentrum
AEG[2]EH0Netzspannung schwanktWarten, bis sie stabil ist, dann Start drücken; erscheint die Warnung erneut: Netzkabel, Steckdose und Netzspannung prüfen
Samsung[5]tCProblem mit dem LufttemperatursensorFlusenfilter oder Wärmetauscher reinigen; sonst Kundendienst
Samsung[5]tC5Problem mit dem Temperatursensor des KompressorsZwei bis drei Minuten warten, Strom wieder einschalten, neu starten
Samsung[5]HCKompressor überhitztKundendienst kontaktieren

Bei Samsung gibt es außerdem die Meldungen „Filter überprüfen“ und „Wärmetauscher überprüfen“, jeweils mit dem Rat, die Baugruppe zu kontrollieren und sich bei bleibendem Problem an den Kundendienst zu wenden.

Wann der Kundendienst dran ist

Ein Fall für den Kundendienst ist es, wenn eine Meldung nach dem Aus- und Einschalten wiederkommt, wenn der Code den Kompressor betrifft oder wenn die Prüfliste durch ist und das Ergebnis gleich schlecht bleibt. Haier rät, das Gerät bei vermuteten Störungen nicht weiter zu benutzen, und weist darauf hin, dass der Besuch eines Technikers berechnet werden kann, wenn das Gerät funktionsfähig war oder falsch aufgestellt oder bedient wurde. Gehen Sie deshalb die Punkte oben vorher durch.

Zur Reparatur selbst sind die Anleitungen deutlich. AEG verweist für Reparaturen an das autorisierte Servicezentrum und warnt, dass eigene oder nicht von Fachkräften ausgeführte Reparaturen die Sicherheit beeinträchtigen und die Garantie erlöschen lassen können; das Gerät enthält nach AEG das brennbare Kältemittel Propan (R290). Bei Siemens dürfen Reparaturen nur dafür geschulte Fachkräfte mit Original-Ersatzteilen ausführen. Miele benötigt für den Kundendienst die Modellkennung und die Fabrikationsnummer vom Typenschild, das sich bei geöffneter Tür findet.

Einen Fachbetrieb in der Region finden Sie im Reparaturverzeichnis unserer Schwesterseite, suchbar nach Postleitzahl. Fragen Sie vor dem Termin, ob der Betrieb Wärmepumpentrockner übernimmt, und nennen Sie Marke, Modell und den angezeigten Code, wenn es einen gibt.

Die Kurzfassung

Bleibt die Wäsche feucht, ändern Sie zuerst Stufe und Beladung und reinigen dann Sensor und Filter. Wirkt sie nur warm und klamm, lassen Sie die Abkühlphase zu Ende laufen. Bricht das Programm ab, lesen Sie die Meldung und schlagen den Code in Ihrer Anleitung nach. Erst wenn das nichts bringt, ist es ein Fall für einen Betrieb mit Erfahrung bei Wärmepumpentrocknern.

Quellen

  1. ↑ a b c d Miele: Gebrauchsanweisung Wärmepumpentrockner, M.-Nr. 13 065 500 (media.miele.com)
  2. ↑ a b c d AEG: Benutzerinformation Wäschetrockner TR9XW80889 (electrolux.bynder.com)
  3. ↑ Siemens: Gebrauchs- und Montageanleitung Wäschetrockner WQ45B2B40 (media3.bsh-group.com)
  4. ↑ Haier: Gebrauchsanleitung Wärmepumpentrockner HD81-A3939E-DE und HD91-A3939E-DE (media.hornbach.de)
  5. ↑ a b c d Samsung: Benutzerhandbuch Wärmepumpentrockner DV9*T*2 / DV8*T*2 (tchibo.de)