Trocknersymbole: Was darf in den Wäschetrockner?
Von Sebastian Hösel · Veröffentlicht am · Wie wir arbeiten
Auf dem Etikett sitzt ein kleines Quadrat mit Kreis, mal mit einem Punkt, mal mit zweien, mal durchgestrichen. Ob ein Kleidungsstück in den Wäschetrockner darf, entscheidet genau dieses Zeichen. Wie Sie es lesen, welche Einstellung am Gerät dazu passt und was auch ohne Verbot besser draußen bleibt, steht hier.
Das Trocknersymbol: Quadrat, Kreis und bis zu zwei Punkte
Alle Trocknungszeichen auf einem Pflegeetikett sind Quadrate. Steht ein Kreis darin, geht es um den Trockner, und die Punkte im Kreis begrenzen die Temperatur. Die Bedeutungen stehen in der Symbolübersicht von GINETEX[1], dem Verband hinter der internationalen Pflegekennzeichnung:
- Zwei Punkte: Trocknen im Trockner möglich, normale Temperatur bis 80 °C.
- Ein Punkt: Trocknen im Trockner möglich, niedrige Temperatur bis 60 °C, schonender Prozess.
- Durchgestrichen: nicht in den Trockner.
Das gilt für jede Bauart. Bosch[2] stellt ausdrücklich klar, dass jedes Trocknersymbol für alle Trocknertypen gültig ist, also für den Wärmepumpentrockner genauso wie für Kondenstrockner und Waschtrockner. Ein sparsames Gerät macht aus einem durchgestrichenen Quadrat keine Erlaubnis.
Oben die drei Zeichen für den Trockner, unten die Grundformen für das Trocknen an der Luft. Auf dem Etikett können sie kombiniert auftreten, etwa „liegend im Schatten“.
Vom Punkt zur Einstellung am Gerät
Ein Etikett nennt eine Höchsttemperatur, kein Programm. Die Übersetzung machen Sie selbst:
- Zwei Punkte: Normale Wärme und volle Beladung sind erlaubt, laut Bosch. Gewählt wird nach Stoff, also etwa Baumwolle oder Pflegeleicht.
- Ein Punkt: Hier braucht es die schonende Einstellung. Bei Bosch heißt die Zusatzfunktion „Schontrocknen“: Sie senkt die Temperatur für empfindliche Stoffe, dafür dauert das Programm länger. Andere Hersteller nennen die Taste anders; welche es an Ihrem Gerät ist, steht in der Anleitung.
- Kein Etikett mehr da: Bosch rät, sich am Stoff zu orientieren und im Zweifel an der Luft zu trocknen.
Wenn im Quadrat kein Kreis ist: an der Luft trocknen
Steht im Quadrat ein Strich statt eines Kreises, beschreibt das Etikett das Trocknen ohne Gerät. Das ist häufig die Empfehlung für Stücke, die nicht in die Trommel sollen. Laut GINETEX richten diese Arten zu trocknen keine bleibenden Schäden an, mit einer Ausnahme: Sonne kann Farben ausbleichen. Darum gibt es das Zusatzzeichen für den Schatten.
| Zeichen im Quadrat | Bedeutung |
|---|---|
| ein senkrechter Strich | auf der Wäscheleine trocknen |
| zwei senkrechte Striche | aus dem tropfnassen Zustand trocknen, also ungeschleudert aufhängen |
| ein waagerechter Strich | liegend trocknen |
| zwei waagerechte Striche | liegend aus dem tropfnassen Zustand trocknen |
| schräger Strich in der oberen linken Ecke | im Schatten, zusätzlich zu einem der Zeichen oben |
Quelle: GINETEX-Symbolübersicht[1].
Stoff für Stoff: was in den Wäschetrockner darf
Das Etikett hat das letzte Wort. Für die häufigsten Zweifelsfälle gibt Bosch aber klare Hinweise:
| Stoff | In den Trockner? | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Handtücher, Bettwäsche, Baumwollunterwäsche | meist ja | Baumwolle, die über 60 °C gewaschen werden darf, gilt als trocknergeeignet. Vorsicht bei Mischgewebe mit Elasthan, sehr dichten oder dünnen Geweben und dunkel gefärbter Baumwolle. |
| Jeans aus 100 % Baumwolle | ja | Ein kleiner Größenverlust ist möglich. Eine Jeans, die schon knapp sitzt, besser aufhängen. |
| Stretch-Jeans, Mischgewebe | nur schonend | Kunstfasern vertragen die Hitze schlechter: Schonprogramm oder Leine. |
| T-Shirts mit Aufdruck | nur mit niedriger Temperatur | Sonst kann sich der Aufdruck verziehen oder wellig werden. |
| Kunstfasern allgemein | nur mit Freigabe | nur wenn das Etikett sie als trocknergeeignet ausweist |
| Seide | meist nein | Feine Stoffe wie Seide können ihre Form verlieren. |
| Wolle | nur mit Freigabe auf dem Etikett | Wollprogramm, siehe unten |
| Daunen | ja, im Daunenprogramm | große Teile einzeln, siehe unten |
| Outdoor-Kleidung mit Membran | wenn das Etikett es erlaubt | eigenes Programm, siehe unten |
Quelle für diese Übersicht: Bosch: Was darf in den Trockner?[2]
Wolle: Etikett und Programm müssen passen
Bei Wolle ist Bosch zurückhaltend: In der Regel gehört sie von Hand gewaschen und an der Luft getrocknet. Wenn doch der Trockner, dann nur im Wollprogramm, bei Bosch „Wolle finish“. Die Woolmark Company[3] nennt dafür zwei Bedingungen: Das Etikett muss das Trocknen im Trockner ausdrücklich erlauben, und dann läuft das Stück bei niedriger Temperatur oder in einem Programm für Wolle oder Feines. Steht die Erlaubnis nicht auf dem Etikett, rät Woolmark zum liegenden Trocknen.
Woolmark empfiehlt außerdem einen Trockner, dessen Wollprogramm sie zertifiziert hat. Ob Ihr Gerät dazugehört, sehen Sie am Woolmark-Logo: Nach den Logo-Richtlinien der Woolmark Company[4] steht es bei einem zertifizierten Programm auf der Bedienblende am Programmwähler und in der Gebrauchsanleitung. Fehlt es dort, ist das Wollprogramm nicht zertifiziert, auch wenn es „Wolle“ heißt.

Für das liegende Trocknen empfiehlt Bosch, das Teil flach auf ein Handtuch zu legen, fern von direkter Sonne und Heizkörpern.
Daunen: viel Platz und ein paar Tennisbälle
Daunenjacken, Kissen und Bettdecken gehören bei Bosch ins Programm „Daunen“, und zwar ausdrücklich in den Trockner. An der Luft zu trocknen empfiehlt Bosch hier nicht; darf ein Daunenstück nicht in den Trockner, rät Bosch zur professionellen Reinigung. Damit es gelingt:
- Große Teile einzeln trocknen. Daunen brauchen Platz in der Trommel.
- Vier saubere Tennisbälle dazugeben. Sie verhindern, dass die Füllung verklumpt, dürfen aber nicht abfärben.
- Temperatur und Dauer: Bosch nennt 30 bis 60 °C und 40 bis 60 Minuten. Die Grenze auf dem Etikett geht vor.
- Nachfühlen. Ist das Stück noch feucht, das Programm wiederholen.
- Auslüften. Danach einige Stunden an der Luft lassen, damit sich weder Geruch noch Schimmel bilden.
Ein eigenes Daunenprogramm haben etwa der Bosch Serie 6 WQG243D41 und der AEG 7000 TR7T60690, beide Wärmepumpentrockner mit 9 kg.
Outdoor-Kleidung: Wärme frischt die Imprägnierung auf
Für Wetter- und Outdoor-Kleidung mit Membran und wasserabweisender Ausrüstung hat Bosch das Programm „Sportswear“, Siemens nennt sein vergleichbares Programm „Outdoor“. Der Trockner tut der Jacke dabei sogar gut: Der Hersteller Arc'teryx[5] empfiehlt für seine GORE-TEX-Kleidung, sie 40 bis 50 Minuten bei niedriger bis mittlerer Hitze zu trocknen und danach noch einmal 20 Minuten bei niedriger Temperatur. Das aktiviert die wasserabweisende Beschichtung wieder.
Einig sind sich die Hersteller dabei nicht. Midea führt in seinen Sicherheitshinweisen „wasserfeste Textilien“ unter den Dingen, die nicht in den Trockner sollen (Beleg im nächsten Abschnitt). Maßgeblich sind deshalb das Etikett der Jacke und die Anleitung Ihres Geräts.
Ein Programm für wasserabweisende Kleidung haben zum Beispiel der günstige Siemens iQ300 WT43H004 mit 8 kg und der AEG 8000 TR8T70680, dessen Outdoor-Programm eine Imprägnier-Stufe hat und der auch eigene Programme für Wolle, Seide und Daunen mitbringt.
Was nie in den Trockner gehört
Manche Dinge sind nicht nur schlecht für den Stoff, sondern gefährlich. Die Gebrauchsanleitung des Midea-Trockners MD11EH80BD[6] nennt in ihren Sicherheitshinweisen:
- Schaumgummi und Latexschaum, auch Kleidung oder Kissen mit Schaumgummipolstern,
- Duschhauben, wasserfeste Textilien und Artikel mit Gummirücken,
- Textilien mit Ölresten. Sie können sich laut Midea von selbst entzünden: Die Wärme setzt eine Oxidation mit dem Öl in Gang, die selbst Wärme erzeugt, und wo diese nicht entweichen kann, wird der Stoff heiß genug, um zu brennen. Waschen in einem Kochwaschprogramm mit extra Waschmittel verringert die Gefahr, beseitigt sie aber nicht. Midea rät auch davon ab, solche Textilien am Trockner zu lagern.
- Feuerzeuge und Streichhölzer aus den Taschen nehmen.
Bosch ergänzt Badvorleger und Läufer mit Gummiunterseite, die in der Trommel schmelzen können, sowie alles mit Schaumstoff, etwa Kissen und Schulterpolster.
Kurz zusammengefasst
- Quadrat mit Kreis steht für den Trockner. Zwei Punkte erlauben bis 80 °C, ein Punkt bis 60 °C im schonenden Verfahren.
- Ein Punkt heißt: die Schontaste oder ein Programm für Empfindliches.
- Durchgestrichen heißt: an die Luft, und zwar so, wie es das zweite Quadrat auf dem Etikett beschreibt.
- Wolle nur mit ausdrücklicher Freigabe und im Wollprogramm, am besten in einem von Woolmark zertifizierten.
- Daunen einzeln, mit sauberen Tennisbällen, danach auslüften.
- Schaumstoff, Gummi und Ölreste nie.
Damit jedes Programm so lange läuft wie gedacht, gehört das Flusensieb nach jedem Durchgang geleert. Wie Sie es und den Wärmetauscher pflegen, zeigt der Ratgeber Trockner reinigen. Die übrigen Pflegezeichen, vom Waschbottich bis zum Bügeleisen, erklärt unsere Schwesterseite im Ratgeber Waschsymbole und Pflegesymbole.
Quellen
- ↑ a b GINETEX GERMANY: Übersicht der Textilpflegesymbole (PDF) (ginetex.de)
- ↑ a b Bosch Hausgeräte: Was darf in den Trockner? (bosch-home.com)
- ↑ The Woolmark Company: Can I tumble dry wool? (woolmark.com)
- ↑ The Woolmark Company: Wool Care Logo Guidelines (PDF, englisch) (woolmark.com)
- ↑ Arc'teryx: GORE-TEX Waschanleitung für zu Hause (arcteryx.com)
- ↑ Midea: Bedienungsanleitung Wäschetrockner MD11EH80BD (midea.com)